Das Geheimnis des Dicken
10 08 2009“Ich regle das”. Das war von je her sein Leitspruch gewesen. “Der Dicke”, wie er von seinen attraktiven Kollegen genannt wurde, war bekannt dafür, zur Stelle zu sein, wenn es interessant wurde. An diesem Abend war er allerdings verschollen. Durch Dutzende vorgetäuschte Handyanrufe, die das vermeintliche Ziel selbstverständlich nie erreichten, versuchte er, von seiner Abwesenheit abzulenken. Zu späterer Stunde, die Stimmung war knapp vor der Eskalationsphase angelangt, wurde er unerwarteterweise gesichtet. Doch er war nicht allein. Eine Hostesse, augenscheinlich dem Mittelpreissektor zugehörig, wurde für die Aufrechterhaltung seiner Tarnung missbraucht. Sein leicht weniger korpulenter Geschäftspartner versuchte ihn unauffällig zu warnen. Dutzende Male rief er die ausgetüftelten Codewörter: “Mai! Mai! März!” – Eine Reaktion blieb aus. Beim unvermeidlichen Zusammentreffen zu fortgeschrittener Zeit war die Begleitdame längst entsorgt. Einige Floskeln, sowie der obligatorische Geheim-Handschlag, waren ein letzter kläglicher Versuch, den Dicken vor der drohenden Gefahr zu warnen. Vergeblich. Er war bereits fest entschlossen, ins Reich der Riesenratten aufzubrechen.
Tage später trafen sich der Dicke und sein Partner. Er lebte, war unverletzt, auf den ersten Blick jedenfalls. Doch etwas war anders. War sein Reichtum all die Jahre nur vorgetäuscht? Die Anhaltspunkte begannen, sich zu häufen…
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