Er, sein Leben und die Sabine (Noch 15 Tage bis zum X)

2 12 2008

Der Rest des Tages verlief Ereignisreich. Leider schlief er währenddessen, sodass selbst ein allwissender Erzähler kein Wort darüber verlieren sollte.

Er war super-schnell eingeschlafen. Die Meditationstechnik, die er gestern während der Arbeitszeit auf dieser Internetseite gelesen hatte, funktionierte super nice. Zur Sicherheit hatte er vorher 4 Schlaftabletten in seinem Cognac aufgelöst. Man weiß ja nie. Er schlief, wie geplant, bis Punkt Neun Uhr Dreiundvierzig. Der Wecker klang wie ein empörtes Roboterschwertkampfpublikum aus dem Jahre 2408. Einmal hatte er sich eingebildet, in die Zukunft blicken zu können, dabei hatte er seine Großmutter kennengelernt. Die war zwar lange vor seiner Geburt irgendwo in Amerika verschwunden, behauptete aber, eine Zeitmaschine erfunden gehabt zu haben, die nach der ersten Benutzung kaputt gegangen sei. Er glaubte der Alten kein Wort.

Er stand mit beiden Beinen gleichzeitig auf, reine Vorsichtsmaßnahme, man weiß ja nie. Er war ohnehin ein bisschen ängstlich geworden, seit er arbeitslos war. Sabine war schon auf. Sie gackerte aufgeregt. Freundlich wie sie war, hatte sie ihm ein Glas Milch gepresst, sie war immernoch ein bisschen außer Atem. Er tätschelte ihren Kopf, bevor er die Tasse mit seinem Lieblingsgetränk exte. Sie schmeckte scheiße, wie immer.

Er hüpfte zum Kalender und riss das vorderste Blatt ab. “febrero 14″ stand auf dem darunter erscheinenden Zettel. Den spanischen Kalender hatte er im Kiosk um die Ecke geklaut. Es gehörte einem Franzosen, alle nannten ihn immer “der Franzose”. Wie naheliegend. Er blickte zu Sabine, dann auf das Kalenderblatt, dann wieder zu seiner kleinen Freundin. Als er ihr zunickte, ging ihr Hintern in Flammen auf. “Ok, das ist es also dieses Jahr”, schrie Sabine gelassen. Er rannte in Richtung Badezimmer, um Wasser zu holen. Als er mit dem halbvollen Zahnputzbecher zurück ins Schlafzimmer kam, war Sabine, beziehungsweise das, was er für Sabine gehalten hatte, gerade dabei, sich aus dem brenndenden Fell zu schälen. Was er sah, war ein kleines, glänzendes Metallmädchen, das gerade dabei war, die brennenden “Sabine-Überreste” mit einer Art Duschbrause, die es wohl an Stelle von einem Mund hatte, zu löschen. Es zischte. Es war das vorletzte, was er sah, bevor er ohnmächtig wurde.

-Fortsetzung folgt…-


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